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VOLKSBÜHNE BREMEN E.V.
BREMENS GRÖSSTE BESUCHERORGANISATION
Ihr Partner für Theater, Kunst, Konzert



SAISON 2009/2010


DIE VOLKSBÜHNEN-BEWEGUNG IN DATEN UND ZAHLEN

Zeitleiste Stichworte Was ist passiert?
1890 Gründung

wurde die erste Volksbühne in Berlin gegründet. Vorbild war die Freie Bühne von 1889, mit der Literaten und Künstler Zeitströmungen der Kunst gegen die Zensur durchsetzen wollten.

1890 Vorsitzende

Die Ersten Vorsitzenden waren Bruno Wille und Franz Mehring.

1890 ...Zensur der Kunst

...es war Ziel, die damals der Zensur unterworfenen Autoren wie Hauptmann, Ibsen, Strindberg und andere in geschlossenen Vereinsvorstellungen überhaupt auf die Bühne zu bringen und zugleich einer breiten Publikumsschicht die Inanspruchnahme dieser möglichen Lebenshilfe zu gewähren.

1890 ...der Wille und
das Motto

Unter dem Motto -DIE KUNST DEM VOLKE- wirkte die Freie Volksbühne Berlin vor allem für regelmäßigen Theaterbesuch zu sozial vertretbaren Preisen.
Arbeitern und Handwerkern war bis dahin die Bühnenkunst aus finanziellen und arbeitszeitlichen Gründen verschlossen.

1890 Theatererlebnis

Die Vereinsmitglieder förderten in Sondervorstellungen die zeitgenössische Dramatik des Realismus und Naturalismus, sahen das Theater aber auch als klassisches Bildungserlebnis.

1890 Vorbilder
Rollsystem

Nach dem Vorbild der Berliner Volksbühne entstanden im In- und Ausland ähnliche Organisationen, die sich allerdings nicht die gegenüber dem Theaterabonnement entscheidenden demokratischen Grundregeln des Einheitsmitgliedsbeitrages und des Platzwechsels im Rollsystem zu eigen machten.

1920 Zusammenschluss

...schlossen sich 17 Volksbühnen-Vereine zusammen.
Auf Anregung von Friedrich Ebert, der im ersten Jahrzehnt vor dem I.Weltkrieg SPD-Abgeordneter der bremischen Bürgerschaft und Sekretär des Bremer -Gewerkschafts- Kartells- war, ging der -RAT FÜR ARBEITERBILDUNG- hervor. Dieser ermöglichte unter anderem auch den Theaterbesuch zu denselben Bedingungen wie die heutige Volksbühne in Bremen.

1920 Jugend

Auch die Jugendtheaterarbeit erhielt nach der Ablehnung aller bestehenden Einrichtungen durch die Jugendbewegung an der Jahrhundertwende neue entscheidende Impulse.

1930 GERHART HAUPTMANN
zur Volksbühne

DIE VOLKSBÜHNE WAR JUNG, ALS AUCH ICH JUNG WAR... SIE IST EIN ASYL, EINE FESTUNG, EINE BURG DES FREIEN GEISTES UND DER FREIEN GEISTER: SOLCHEN GEISTES UND SOLCHER GEISTER, DIE ALLE STARREN DOGMEN ABWEISEN!

VOR DIESEM GEIST, DER HIER BESONDERS DURCH DIE DRAMATISCHE KUNST WIRKSAM WIRD UND WERDEN SOLL, SIND ALLE MENSCHEN GLEICH, WIE VOR DEM ARZT ODER DEM GESETZ. DIESER GEIST, DIESE GEISTER HABEN KEINERLEI AUFTRAG AUSSER DEM KATEGORISCHEN IMPERATIV ZUR HUMANITÄT, ZUR MENSCHLICHKEIT, DER SICH AUS IHNEN SELBST GEBIERT, ABGESEHEN VON DER HOHEN BERUFUNG ZUR KUNST, DER SIE SICH WÜRDIG ZU ZEIGEN HABEN...

SOLCHEN GEIST, SOLCHE GEISTER MUSS DIE VOLKSBÜHNE WEITER ALLEN FANATISCH-DOGMATISCHEN ZEITERSCHEINUNGEN GEGENÜBER ALS EWIGKEITSWERTE UMHEGEN, SCHÜTZEN UND WIRKSAM MACHEN.

GERHART HAUPTMANN

-aus der Festrede zur Vierzigjahrfeier der -FREIEN VOLKSBÜHNE BERLIN- am 21. September 1930

1933 ...zwangsweise Auflösung

...wurden die Volksbühnen-Vereine zwangsaufgelöst und in NS-Einrichtungen überführt.

1948 ...Wiedergründung

war der Zeitpunkt der Wiedergründung vieler Vereine und des Verbandes in allen vier Besatzungszonen. Damit leisteten die Volksbühnen in dieser Nachkriegsepoche des deutschen Theaters einen nicht wegzudenkenden Beitrag, Menschen über Not und Entbehrung hinweg an Kunst und Theater heranzuführen.
Erst wesentlich später weiteten die Stadt- und Staatstheater ihre eigenen Besucherdienste in ähnlicher Weise aus.

1948 Volksbühne Bremen


Am 18.Mai 1948 wird die Volksbühne Bremen gegründet. Nach 1945 wurde in Bremen schon 1946/47 Pläne diskutiert, eine große einheitliche Theaterorganisation zu gründen, um damit lebendige Theaterdiskussion in der Öffentlichkeit zu ermöglichen.

1948 ...THEATER FÜR ALLE

THEATER FÜR ALLE hieß die Devise der Volksbühnen nach 1945 in jenem demokratischen Sinne, wie es Gerhart Hauptmann schon 1911 in seinem Stück -Die Ratten- den Studenten Spitta von der Bühne rufen ließ: Vor der Kunst und vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich.-


In dem Maße, wie sich die Struktur der Gesellschaft verändert, muss sich auch die Volksbühne wandeln.
Das Theater in seinen vielfältigen Erscheinungsformen gehört zu den wertvollsten und ältesten Kulturgütern unserer Welt. Es ist wohl die menschlichste aller Kunstformen. Seine Texte und Spielarten werden nicht nur von Menschen erdacht, sie werden auch von Menschen gestaltet und sie brauchen den Menschen als zuhörenden und zusehenden kritischen und lebendigen Partner. Ein Theater ohne Publikum hat keinen Sinn.

1948 Verband

In diesen Jahren wurde der Volksbühnen-Verband von Dr. Siegfried Nestriepke geleitet. Es war auch zeitweilig der Chef des volksbühneneigenen Theaters der Freien Volksbühne Berlin. (1957-1961)

1953 DDR

In der DDR wurden die Volksbühnen jedoch 1953 erneut abgeschafft.

1953 Bundesrepublik

In der Bundesrepublik bildete man analog zu den Bundesländern Landesverbände.
Im Laufe der Jahre schuf der Verband viele neue Volksbühnen, zur Verwirklichung des verfassungsrechtlichen Gleichheitsgedankens.

1956 Volksbühnentag in Bremen

1956 fand zum ersten Mal ein Volksbühnentag des Verbandes der deutschen Volksbühnen statt.

Damals wurde auf einem großen Plakat auf dem Bahnhofsplatz ein zweites Theater für Bremen gefordert.

Vor dem II.Weltkrieg hatte Bremen sowohl ein Schauspielhaus als auch das Stadttheater Am Wall. Anlässlich dieses Volksbühnentages wurde dem Senat eine entsprechende Denkschrift überreicht.

1972 Das LOGO oder auch EMBLEM...

...zahlreiche Vereine hatten durch finanzielle Beiträge die Verwirklichung des Emblems der Gemeinsamkeit ermöglicht. Dieses, als ineinandergreifende Kreise gestaltetes Emblem wird das LOGO der Volkbühnen. Peter Steiner, Stuttgart hat es entworfen.

1983 Verleihung
SILBERNER ROLAND


1983 stiftete die VOLKSBÜHNE BREMEN den Volksbühnenpreis DER SILBERNE ROLAND um die Beziehungen zu den Theatern noch intensiver zu gestalten.

1984 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Ks. Katherine Stone, Musiktheater

1985 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Traute Hoess, Schauspiel

1986 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Ks. Karsten Küsters, Musiktheater

1987 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Erika Rumsfeld, Ernst Waldau Theater

1988 Volksbühnentag in Bremen

30. Volksbühnentag in Bremen mit dem Leitthema -Theater im Fluchtpunkt 2000 Breiten- oder Elitenkultur?-

1988 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Hans Falár, Schauspiel

1989 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Ks. Mihai Zamfir, Musiktheater

1990 Mitglieder

Die Volksbühnen-Bewegung hat rund 90 Vereine mit ca. 240 000 Mitgliedern aus allen Bevölkerungsschichten, denen neben Musik- und Sprechtheater auch die Teilnahme an anderen kulturellen Veranstaltungen und an Theaterreisen ermöglicht werden.

1990 Die Vereine

Die Vereine gründen sich auf das Selbstbestimmungsrecht ihrer Mitglieder und sind weder parteipolitisch noch konfessionell gebunden.

1990 EATO

Im Rahmen der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Theaterbesucher-Organisation (EATO) gehören die z.T. örtlich als Volksbühnen, Kultur- oder Theatergemeinden firmierenden Einzelvereine zur größten Gruppierung von Theaterbesuchergemeinschaften in Zentraleuropa.

1991 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Joachim Altenburg, Ernst Waldau Theater

1993 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Rebecca Turner, Musiktheater

1995 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Chor Theo Wiedebusch

1997 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Irene Kleinschmidt, Schauspiel

1999 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Stefan Schneider, Waldau Theater

1999 Palette der Aktivitäten

Während zur Gründungszeit der Volksbühne der Besuch des Schauspiels im Vordergrund des Mitgliederinteresses stand, sind die Volksbühnen inzwischen dazu übergegangen, neben Studienfahrten zu den unterschiedlichen Kultureinrichtungen Jugendwettbewerbe, eigene Spielbühnen, aber auch den Besuch des Musiktheaters aller Gattungen und der Konzerte zu organisieren.

1999 Engagement

Die Volksbühnen bemühen sich ihren Programmen gemäß, Vermittlungsarbeit zwischen Bühne und Parkett zu leisten. Hierzu dient vor allem die Vor- und Nachbereitung von Inszenierungen sowie die Veranstaltung von Diskussionen über Theater- und andere Kulturereignisse.

1999 Mitsprache

Als Besucherorganisation erheben die Volksbühnen die Forderung nach Mitsprache in der Kulturszene; sie verstehen sich als Vertretung ihrer Mitglieder gegenüber den Theatern und ihren Trägern und als Bürgerinitiative.

1999 Die Erfolge...

Manche Ziele und Aufgaben der Volksbühnen sind inzwischen von anderen Trägern der Kulturarbeit übernommen worden, so die Jugendtheaterarbeit und das flächendeckende Kulturangebot durch Landesbühnen.
Ein Gewinn, den das Theater insgesamt, dem Bühnenkünstler und Besucher gleichermaßen, der Volksbühne verdanken, wird bisher kaum anerkannt und gewürdigt: Die Tatsache, dass erst durch die Volksbühnen die Theaterspielpläne (aus dem Zwang zum Geschäft mit leichter Unterhaltung) entbunden wurden. Die qualitative Verbesserung des Theaters wurde in diesem Jahrhundert erst durch die Volksbühnen angeregt. Durch ihre Arbeit konnte die Zahl der Premieren erheblich verringert werden. Die dadurch ermöglichten längeren Probenzeiten kommen der künstlerischen Qualität zugute.

1999 Zahlen

Zuletzt vermittelten die 90 Volksbühnen-Vereine im Rahmen ihrer Kulturarbeit den Theater- und Konzertveranstaltern der Bundesrepublik und West-Berlin insgesamt rund 2,2 Mio. Einzelbesuche. Es entfielen auf die einzelnen Theatergattungen:
Schauspiel: 55,7%,
Oper: 23,7%,
Operette/ Musical: 10,2%,
Ballett: 4,9%.
Konzertbesuche sind mit 5,5% des Gesamtvolumens beteiligt.

2000 und weiter...

in diesen Zahlen sind zahlreiche Sonderveranstaltungen, Theater- Diskussionen und Kultur- Studienreisen in in- und ausländische Theaterzentren statistisch nicht erfasst.

2000 Mitglieder in Bremen

Die VOLKSBÜHNE BREMEN hatte in den 50er Jahren 12000 Mitglieder. In den 60er und 70er Jahren nahm die Zahl der Theaterbesucher -besonders im Schauspiel- leider ständig ab. Die VOLKSBÜHNE BREMEN verlor in diesen Jahren sehr viele Anhänger. Der Tiefstand lag bei 4000 Mitgliedern.

Danach stieg die Mitgliederzahl erfreulicherweise wieder an und hat sich heute bei etwa 5000 eingependelt. Die große Arbeitslosigkeit wurde auch für die Volksbühne eine Problem und wird es auch in der nächsten Zukunft bleiben.

2000 AUSBLICKE und weiter...

Der Obrigkeitsstaat mit seinen krassen sozialen Unterschieden, die im 19. Jahrhundert zur Gründung der Volksbühne geführt hatten, ist zwar verschwunden, aber die soziale Aufgabe ist, wenn auch viel differenzierter, geblieben.

Sie gilt z.B., für Menschen mit geringem Einkommen, aber auch für größere Familien, die ohne die Volksbühne vielleicht nur zwei- bis dreimal, aber nicht Jahr für Jahr, acht- bis zehnmal ins Theater gehen können. Dagegen sind die gesellschafts- und kulturpolitischen Aufgaben der Volksbühnen immer wieder neu zu überdenken und der jeweiligen Entwicklung anzupassen.

Früh und entschieden setzte sich die Volksbühnenbewegung auch für die Pflege neuer, zeitgenössischer Stücke ein. Wichtige Entwicklungen der Theatergeschichte unseres Jahrhunderts wurden dadurch erst ermöglicht und gefördert.

Es ist zu wünschen, dass es auch heute, unter veränderten Bedingungen, gelingt, Aufgeschlossenheit und Urteilsfähigkeit eines breiten Publikums dem Theater gegenüber zu fördern und die spannungsreiche gegenseitige Beziehung zwischen Theater und Publikum lebendig zu erhalten.

Heute ist die Volksbühne eine kulturelle Bürgerinitiative der Bevölkerung, die durch neue Formen der Berufsspezialisierung und der zeitlichen Überlastung nicht mehr dazu kommen, allgemeine Interessen zu pflegen.

Unsere Zeit unterliegt neuer, gesellschaftlicher Veränderung. Die Ausmaße sind noch nicht zu übersehen. Die finanziellen Mittel öffentlich geförderten Kulturarbeit werden eingeschränkt.Hierin werden die Volksbühnen (Kulturgemeinschaften), als freiwillige Unterstützer, ihre Aufgabe nicht nur behalten, sondern im zunehmendem Maße anbieten müssen.

Durch den Zusammenschluss mit anderen Theaterinteressierten und durch wesentlich niedrigere Verwaltungskosten, im Vergleich zu den großen Theaterbetrieben, gelingt es der Volksbühne immer wieder, kostengünstige finanzielle Bedingungen für ihre Mitgleider zu erreichen.

Auf dem Grat zu wandern zwischen Unterhaltung und Anspruch, ist das Ziel der Volksbühnen noch heute.
In einigen der deutschen Kulturmetropolen bildet gearde sie durch ihr gemischtes Angebot die Überlebenschance für manche Theater. Diese können ihr eigenes Abonnementspublikum längst nicht mehr in großen Mengen an sich binden.

Sich zu entspannen, sich mit Literatur und Musik zu beschäftigen, sich für Zeitthemen zu interessieren, das können mit ausgewogenem Angebot alle die, de es auch heute, also nach über hundert Jahren, noch immer mit der Volksbühen versuchen.


2001 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Fredrika Brillembourg, Musik

2003 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Gabriela Maria Schmeide, Schauspiel

2005 SILBERNER ROLAND

SILBERNE ROLAND an Michael A. Wenz, Theater 62 Bremen

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Aktueller Stand... 01.10.2009