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Regionale Pressestimmen ![]() 07.01.2001 |
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Vielleicht der Beginn einer großen Karriere Tenor Tomislav Muzek ist neu am Bremer Theater Theater am Goetheplatz, auf dem Programm steht Verdis Oper "La Traviata". Doch die gewöhnliche Repertoireaufführung hat es in sich, denn die Rolle des Alfredo wird von Tomislav Muzek gesungen, einem erst 24-jährigen Tenor mit äußerst wohlklingender Stimme. Obwohl das neue Ensemblemitglied des Bremer Theaters noch keine Premiere gesungen hat, trauen ihm Kenner bereits nach wenigen Vorstellungen eine große Karriere zu. Ottavio ("Don Giovanni"), Orpheus ("Orpheus in der Unterwelt") und eben Alfredo sind die Rollen, mit denen sich Tomislav Muzek dem Bremer Publikum vorgestellt hat, noch mehr Mozart und Puccini werden folgen. Alles Partien, die den Grundstock für das Repertoire eines lyrischen Tenors bilden. Und die Möglichkeit, sich diese Rollen auf einer mittelgroßen Bühne anzueignen, hat Tomislav Muzek bewogen, Wien zu verlassen und an die Weser zu wechseln. "Ich habe während des Stipendiums des Karajan-Zentrums ein Jahr lang an der Staatsoper kleine Partien singen dürfen", erzählt der in Deutschland geborene und in seiner Heimat Kroatien aufgewachsene Künstler. Noch während des Stipendiums hat der Staatsopernintendant ihm ein zweijähriges Engagement offeriert, das Muzek allerdings abgelehnt hat. Erfolgreicher war Bremens Generalmusikdirektor Günter Neuhold, dem Muzek im zweiten Anlauf zusagte. Neuhold hörte im April 1999 den damals 22-jährigen Tenor bei einem Sängerwettbewerb in Österreich, den Muzek auch gewann. Der Bremer GMD (Generalmusikdirektor) bot ihm sofort einen Vertrag an. "Doch ohne Abschluss wollte ich noch nicht in den Beruf einsteigen", begründete er seine Absage. Ein Jahr später meldete sich erneut das Bremer Theater, Muzek kam zum Vorsingen und wurde engagiert. Vermutlich waren die Verantwortlichen von seiner Stimme entzückt, denn einem ungewöhnlich jungen Tenor, der noch keine große Rolle gesungen hat, vertraut man üblicherweise keine Hauptpartien wie den Alfredo an. Diese mutige Entscheidung ist freilich vom Ensemble zu tragen. Denn es ist anzunehmen, dass ein professioneller Betrieb wie das Bremer Theater auch für den Fall disponiert, dass die hohen Erwartungen vom Sänger nicht erfüllt und womöglich Vorstellungen getauscht werden müssen. Das Gegenteil ist eingetreten, Tomislav Muzek überzeugte Publikum und - so hört man - Kollegen. Also konnte man zuletzt in der "Traviata " -am Abend vor Silvester einen schauspielerisch aktiven Alfredo hören, der hochmusikalisch sang, sich nie zum Forcieren verleiten ließ und durchaus eigenwillig gestaltete. Obwohl Tomislav Muzek bereits jetzt über eine beneidenswert schöne Stimme und über sichere Spitzentöne verfügt, weiß er um seine Unvollkommenheit: "Mir fehlt die Bühnenpraxis in den großen Partien, so dass ich mich erst einmal an das gemeinsame Musizieren mit dem Orchester und den Gesangskollegen gewöhnen muss." Lediglich eine Probe vor der " Don Giovanni"-Wiederaufnahme und zwei vor der "Traviata" sind halt nicht ideal für einen Berufsanfänger. Doch auf den Rat eines Lehrers hört er nicht mehr, vertraut vielmehr auf die Tipps routinierter Kollegen und die neuen Erfahrungen bei Auftritten:" Ich denke, dass sich stimmtechnische Details auf der Bühne besser lösen lassen als im Studierzimmer." Dass Tomislav Muzek überhaupt Sänger wurde, war während der Schulzeit nicht unbedingt absehbar. Er besuchte in Kroatien ein Chemiegynmasium, wo er einmal von Mitschülem vor einer Klausur aufgefordert wurde, zu singen. "Keiner hatte geübt, und wir wollten die Lehrerin ablenken." Das gefiel der Lehrerin so gut, dass sie ihn an eine befreundete Gesangslehrerin weiterempfahl. Die wiederum bereitete ihn in einem einjährigen Intensivkursus so gut vor, dass er ein Jahr später die Aufnahmeprüfung an der Wiener Universität bestand und das Gesangsstudium in rekordverdächtig kurzer Zeit mit dem Diplom abschloss. Dann folgte im Sommer 1999 ein Engagement im Bayreuther Festspielchor und schließlich das Karajan-Stipendium. An der Wiener Staatsoper durfte Muzek nun gemeinsam mit Koryphäen wie Placido Domingo auf der Bühne stehen ("Fedora") und einige Sätze singen. "Da erlebt man quasi ein Stück Musikgeschichte mit." Domingo ist ein künstlerisches Vorbild von Muzek, als reiner Stimmtechniker sei ihm jedoch Pavarotti näher. Ob er einmal in dessen Fußstapfen treten wird? Toniislav Muzek: " Ich möchte in erster Linie gut singen und mein Bühnenhandwerk erlernen. Ob die Karriere kommt, wird man dann sehen." Weser Kurier vom 03.01.2001 Markus Wilks zurück zum Anfangzum Archiv zum aktuellen Programm |