The Greek Passion
Oper in vier Akten von Bohuslav Martinu
Text vom Komponisten nach dem Roman "Christus wird gekreuzigt" von Nikos Kasandsakis
Musik von Bohuslac Martinu
Personen: Priester Grigoris. (Baß-Bariton)
Patriarcheas, Dorfältester (Baß-Bariton)
Ladas, Dorfältester (Sprechrolle)
Michelis, Sohn des Patriarcheas (Tenor)
Konstandis, Besitzer einer Kaffeeschenke (Bariton)
Yannakos, Händler (Tenor) - Manolios, Schafhirte (Tenor)
Panait, Schmied (Tenor) - Nikolios, Hirtenknabe (Sopran/Tenor)
Andoms, Dorfbarbier (Tenor) - Katarina, Witwe (Sopran/Mezzosopran)
Lenio. Verlobte des Manolios (Sopran) - ein altes Weib (Alt)
Priester Fotis (Baß-Bariton) - Despinio. eine junge Frau (Sopran)
ein alter Mann (Baß) - die alte Magdalena (Stumme Rolle)
ein riesiger Bannerträger (Stumme Rolle)
Ort: Das Dorf Lycovrissi am Fuße des Sarakina-Berges in Kleinasien.
Zeit: Gegenwart (20 Jahrhundert)
Die Handlung der Oper.
Vor den Häusern der Katarina und des Yannakos. Der einfache Händler Yannakos spricht mit seinem Esel, auf dem der Herr in Jerusalem einreiten soll. Die Witwe Katarina erzählt von Träumen, in denen sie Manolios, den sie begehrt, nahe gekommen sei. Sie geht und der geizige Ladas bringt Yannakos dazu, die Not der Flüchtlinge auszunutzen und ihnen ihre Habseligkeiten gegen Essen und Trinken abzuhandeln.
An der Quelle des heiligen Vasilis versucht Katarina, Manolios zu verführen. Auch er begehrt sie, aber im Bewußtsein seiner Rolle weist er sie zurück. Vor dieser Reinheit sinkt Katarina in die Knie, wird eins mit ihrer Rolle der Maria Magdalena.
In der Siedlung der Flüchtlinge auf dem Berge Sarakina weiht man die Erde des neuen Dorfes. Ein alter Mann läßt sogar ein Grab ausheben, in dem er sterben will, damit, einem alten Glauben entsprechend, das eingesiegelte Leben dem Dorf Bestand gäbe. Yannakos ist zutiefst beeindruckt und läßt von seinem schnöden Plan, die Flüchtlinge zu übervorteilen, ab. Er will ihnen von nun an beistehen.
Nachts in der Hütte des Manolios treiben diesen unruhige Träume um. Am Morgen kommt Lenio, um endlich zu erfahren, ob Manolios sie heiraten werde. Aber er wendet sich ab und geht. Lenio fühlt sich nun von dem Hirtenjungen Nikolios, der sie umarmt, magisch angezogen.
Ins Zimmer Katarinas kommt nachts Manolios. Aber ihre Hoffnung, daß er mit ihr schlafen werde, erfüllt sich nicht. vielmehr nennt er sie "Schwester".
Die Straße am Berge Sarakina kommt Yannakos singend herab Er hat den Vertriebenen Waren gebracht. Katarina erzahlt ihm, daß sie nun begriffen habe. warum man sie für die Maria Magdalena ausgewählt habe. Künftig wolle sie dem Herrn dienen.
Den Dorfältesten und dem Priester Grigoris sind die Werke Manolios ein Dorn im Auge. Sie fürchten für ihre Autorität. Als sie noch erleben wie eine Schar von Dorfbewohnern seiner Auslegung der Lehre Christi lauscht, beschließen sie. daß er fort müsse.
Nikolios gesteht ängstlich Manolios. daß er Lenio heiraten wolle. Zu seinem Erstaunen bekommt er aber keine Vorwürfe. Manolios hat sein Leben bereits der Hilfe für den Nächsten geweiht.
Als man die Hochzeit von Lenio und Nikolios feiert, tritt Grigoris aus der Kirche und erklärt Manolios für ausgestoßen aus der Dorfgemeinschaft, da er gegen göttliche Gesetze rebelliert habe. Manolios appelliert leidenschaftlich an die Dorfgenossen, sich für die Verfolgten einzusetzen. Er sei zu einem neuen Menschen gereift und werde den leidenden und darbenden christlichen Brüdern helfen Er werde die Flüchtlinge anführen, damit sie sich notfalls mit Gewalt holten, was man ihnen verweigere.
Auf ein Zeichen von Grigoris stürzt man sich auf Manolios. Von Panait, dem Judas des Spiels, wird er umgebracht. Die Flüchtlinge sind mit dem Tod Manolios ihrer Stütze beraubt. Unter der Führung von Fotis ziehen sie ihre steinige Straße weiter. Ihre Passion ist noch nicht zu Ende.
WR