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TEXTE, EINFÜHRUNGEN DER VOLKSBÜHNE BREMEN


27.12.2006

Pressestimme

Pariser Leben

Opererette

Musik von Jacques Offenbach

VON JOCHEN BRÜNNER

Mit der Operette "Pariser Leben"von Jacques Offenbach inszenierte Helmut Baumann wohl zum letzten Mal am Bremer Theater.
Intendant Prof. Dr. Klaus Pierwoß zelebrierte die Wehmut des Abschieds geradezu: Mit Helmut-Baumann-Sprechchören ließ er nach der Premiere von "Pariser Leben" den "Meister des musikalischen Unterhaltungstheaters" auf der Bühne feiern.


Dass sich der Kult-Regisseur nach mehr als einem halben Dutzend Musical-Inszenierungen nun eine Operette vornahm, hatte zwar seine Ursache in den Sparzwängen des Hauses. Doch auf der Bühne deutete nichts, aber auch gar nichts auf finanzielle Engpässe hin: Von der Ausstattungsopulenz bis zur künstlerischen Qualität ist "Pariser Leben" eine Inszenierung, mit der das Gespann Baumann/Pierwoß dem kommenden Intendanten Hans-Joachim Frey noch einmal unter die Nase hält: Schau, so hoch liegt unsere Messlatte. Das musst Du erstmal nachmachen!

Zwar ist die Geschichte um die schwedischen Touristen Baron und Baronin Gondremarck (Karsten Küsters, Sabine Hogrefe), die von den lebensfreudigen "Fremdenführern" Bobinet (Christian Miedl) und Gardefeu (Christian Baumgärtel) erst ordentlich genasführt werden, ehe sie schließlich doch noch das wahre Pariser Leben kennenlernen, nicht unbedingt eine Sternstunde dramatischer Kunst, doch gewinnt die Handlung allein durch die ausgeprochen pfiffige Textfassung von Lida Winiewicz und Helmut Baumann. Das Stück besticht vor allem durch seine pralle Lebenslust, in der auch deftige Folklore-Parodien mit Jodlern und Schuhplattlern ihren Platz finden.


Von den üppigen Kostüm- und Hutkreationen (Uta Loher und Conny Lüders), die gerade im Eingangsbild an "My Fair Lady" erinnern, bis zum Bühnenbild (Helmut Baumann und Natascha Steinkamp), das selbst im fünften Akt noch Überraschungen bereithält, ist "Pariser Leben" ein einziger Farben-und Bilderrausch. Höhepunkt des Ideenreichtums ist ein Kleid, dessen Schleppe an schwarzen Luftballons aufgehängt ist.
Das Ensemble vereint von den jüngeren Sängerinnen wie Nadine Lehner oder Ingrid Froseth, denen zweifellos die Zukunft gehört, über langjährige Stützen wie George Stevens, Karsten Küsters oder Eva Gilhofer bis zum unverwüstlichen, inzwischen über 80-jährigen Theater-Urgestein Erwin Wirschaz nicht nur mehrere Sänger-Generationen, sondern präsentiert sich geradezu als "Best-of"-Besetzung des Hauses. Herausragend einmal mehr Karsten Küsters als Baron Gondremarck. Da kann man nur sagen: Alter Schwede!
Das Ganze garnieren die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von "Offenbach-Spezialist" Florian Ludwig mit einer folkloristisch beschwingten Leichtigkeit. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen: Helmut Baumann wird dem Bremer Theater s
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Jochen Brünner 13.12.06 Weser-Report

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