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Regionale Pressestimmen


03.10.2002

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<font size="2">Lady Macbeth zieht nicht mit um</font>

Lady Macbeth zieht nicht mit um

Das Theater am Goetheplatz weicht für die Renovierung des eigenen Hauses in das Musicaltheater am Richtweg aus

Von unserer Redakteurin

Alexandra Albrecht

Für das Theater am Goetheplatz ist der Lehrstand des Musicaltheaters ein Glücksfall. Während das eigene Haus renoviert wird, kann der Betrieb am Richtweg fortgeführt werden. Das erfordert allerdings einige technische und bauliche Veränderungen, die zum Großteil schon abgeschlossen sind. Mit der Premiere des Weihnachtsmärchens »Mio, mein Mio"; am 13. Oktober nimmt das Theater den Spielbetrieb in seinem Übergangsheim auf.

Ende Juli hatten die letzten Mitarbeiter des Musicals das Haus an die Nachfolger übergeben, seitdem bereitet Carsten Schmied, technischer Direktor des Theaters am Goetheplatz, den Spielbetrieb vor. »Das Musicaltheater war darauf ausgelegt, eine Produktion zu zeigen. Wir spielen aber Repertoire, jeden Abend ein anderes Stück", erklärt Carsten Schmied. Das Kernproblem sind fehlende Lagerkapazitäten; eine Hinterbühne gibt es nicht, die Seitenbühnen sind recht klein und nicht zum Unterstellen von Kulissen geeignet. „Das alles hat erhebliche Auswirkungen auf den Spielplan, es wird unter anderem mehr spielfreie Abende geben müssen“, fügt Schmied hinzu.

Auf das technische Personal kommen anstrengende Zeiten zu, die Bühnenbilder müssen nach den Vorstellungen abgebaut und in Containern verstaut werden. Gleichzeitig laufen bis zum Januar auch noch Vorstellungen im Theater am Goetheplatz, so dass der Spielbetrieb an zwei Bühnen zu unterhalten ist. Um den Arbeitsaufwand etwas zu reduzieren sollen die Stücke möglichst an zwei Abenden hintereinander gezeigt werden.


Manche Produktion lässt sich allerdings gar nicht am Richtweg aufführen; „Die tote Stadt", „Lady Macbeth von Mzensk" „Aida" und „Die Zauberflöte" laufen nur noch begrenzte Zeit im Theater am Goetheplatz. Andere Stücke wie etwa „Cabaret“ können auch im Ausweichquartier gegeben werden. Die neuen Inszenierungen, das Weihnachtsmärchen und „Die verkaufte Braut" beispielsweise, werden gleich den Räumlichkeiten angepasst. Im Richtweg ist die Bühne weniger tief, dafür war das Portal breiter. Dieses wurde nun zurückgebaut und den Wiederaufnahmen angepasst. Für das Orchester wird es künftig eng im Graben, vor allem wenn „Lohengrin" auf dem Spielplan steht. Mehrmals rückten die Musiker mit Stühlen und Notenpulten an, um zu prüfen, ob die Instrumente ohne Gefährdung des Sitznachbarns gespielt werden können. Der neue Generalmusikdirektor Lawrence Renes soll auf die skeptischen Philharmoniker eingewirkt haben, so dass jetzt geht, was gehen muss. Schwerwiegende Bedenken gegen die Akustik des Musicaltheaters habe der Dirigent bislang nicht geäußert, so Carsten Schmied.

Hier ist eben alles auf Musical ausgerichtet, auch die Ton- und Lichtanlage. Doch das haben wir jetzt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten", .so der technische Direktor. Carsten Schmied ist vor etwa zwei Jahren als Werkstättenleiter an das Theater gekommen. Als der technische Direktor Karl-Heinz Krämer nun an das Deutsche Theater Berlin wechselte, löste Carsten Schmied ihn zum Beginn der jetzigen Spielzeit ab. Dass er in seiner neuen Position gleich eine besonders heikle Aufgabe zu bewältigen hat, schockt ihn nicht. „Das ist ja kein Einzelkämpferjob. Ich habe viele qualifizierte Mitarbeiter, die mir helfen", so der gebürtige Schwabe. Ende des kommenden Jahren sollen die Bauarbeiten im Theater Goetheplatz abgeschlossen sein, dann wird nach und nach der Rückzug in das eigene Haus erfolgen. Vorerst gilt es jedoch die Besucher an die fremde Spielstätte zu locken und das „Geisterhaus“ (Schmied) zu beleben.

Bremer "Weser Kurier" vom 02.10.02

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