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Regionale Pressestimmen


20.10.2002

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<font size="2">Vielseitig und mit Tiefgang</font>

Vielseitig und mit Tiefgang

Matthias Simon kehrt als Schauspieler nach Bremen zurück

Von Sigrid Schuer

Die Kapriolen, die er in Ray Cooneys aberwitzig verwickelter Komödie "Und alles auf Krankenschein" momentan zu meistern hat, sind wahrlich nicht von schlechten Eltern. Matthias Simon ist Dr. Hubert Bonney in dem Erfolgsstück, das seit Mitte September im Waldau-Theater Komödie Bremen läuft. Als zerstreuter Neurologe schlüpft er leicht derangiert abwechselnd mit Dr. David Mortimore auch schon mal in die Rolle der Oberschwester. Denn Mortimore, der sich ebenso unversehens wie unfreiwillig mit einer illegitimen Vaterschaft konfrontiert sieht, verstrickt sich immer mehr in haarsträubendste Widersprüche.

Solche Situationen bewältigt der in Hamburg lebende Theater-Profi mit der größtmöglichen Routine. Das war keineswegs immer so. "Ich habe erst im Laufe der Jahre das Lampenfieber besiegt und die Angst, mich darzustellen, überwunden", sagt Matthias Simon von sich. Der gebürtige Bremer, der sein Abitur an der Kleinen Helle absolvierte, kam über Umwege zum Theater. "Nach dem Abi habe ich vieles ausprobiert. Während meiner Zivildienstzeit arbeitete ich an einer Sonderschule für autistische Kinder. Im Anschluss studierte ich einige Semester Ethnologie an der Hamburger Uni. Ende der siebziger Jahre habe ich südlich von Oldenburg auf dem Land in einem Zirkuswagen gelebt und dann an einem Clowns-Workshop teilgenommen."
Das scheint das Schlüsselerlebnis für Simon gewesen zusein. Seine ersten schauspielerischen Gehversuche unternahm er dann am Bremer Bildertheater, das George Tabori in der Ära Hübner gründete. Eine Sprechtheater-Erzieherin empfahl ihm das Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Der Schauspielaspirant sprach vor und wurde prompt genommen.
Schon während des Studiums engagierte ihn das Ohnsorg-Theater für die Rolle des Ruprecht in der niederdeutschen Version von Kleists "Zerbrochnem Krug". Die Liebe zu Kleist und den Klassikern generell ist geblieben. So war Matthias Simon in Wolfgang Hoffmanns Inszenierung des "Käthchens von Heilbronn" in Bremerhaven zu sehen.
Während seines achtjährigen Engagements in Münster hat der dreifache Vater viele Klassiker gespielt. "Der Jago in 'Othello' war eine ganz besondere Herausforderung" erinnert sich der sympathische Schauspieler. An Shakespeare geschult hat Simon auch seine persönliche Lustspiel-Philosophie: "Man muss Figuren und Situationen ernst nehmen und Komödien letztendlich so spielen, als wären es Tragödien".
Aber auch TV- und Musical-Erfahrung hat er schon gesammelt. So spielte er in Fernsehserien und war seit 1996 bei "Buddy" in Hamburg engagiert. Seit 1998 ist er in der Theatermetropole auch Schauspiellehrer an der "Stage School for Music, Dance and Drama" und unterrichtet zusätzlich bei "Stairs up" in Osnabrück. "Ich habe nicht gedacht, dass mir das liegt", bekennt Simon, der mit seinen Studenten auch Inszenierungen erarbeitet. "Ich lerne selber viel durch das Unterrichten." Ein erneutes Heimspiel des gebürtigen Bremers am Waldau-Theater liegt im Bereich des Möglichen.

Bremer "Weser Kurier" vom 02.10.02

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